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11.01.11

Der Schleierkampffisch

Von: Frank Apfel

Der Betta splendens (so heißt dieser Kampffisch mit lateinischem Namen) stammt ursprünglich aus Asien und wurde dort –noch in seiner ursprünglichen, kurzflossigen Art- aufgrund seiner Aggressivität der Männchen untereinander für Kämpfe, die meistens mit dem Tod eines der Kontrahenten endete, missbraucht.

Die mittlerweile in den Zoogeschäften zu erwerbenden Zuchtformen haben mit diesen wilden Kämpfern jedoch nicht mehr all zu viel gemeinsam. Trotzdem ist es nicht anzuraten, mehr als einen Mann in einem kleinen Aquarium zu halten, da der Instinkt, ihr Territorium zu verteidigen, immer noch in diesen farbenprächtigen Tieren schlummert.

In großen Aquarien dagegen (ab 1,50 m) habe ich selbst auch schon mehrere Geschwister Tiere, die gemeinsam aufwuchsen (Männchen wie Weibchen) zusammen gehalten. Es kam zwar immer wieder zu kleinen Schauprovokationen durch Kiemendeckel abspreizen und umeinander herumschwimmen, auch mal kurzem Flossenbeißen, da aber die gut bepflanzten Reviere in dem großen Becken bereits untereinander aufgeteilt waren und Kampffische sehr Reviertreu sind, gab es nie größere Verletzungen oder gar Verluste zu beklagen.

Aber auch als Einzeltiere wirken die Männer in den Aquarien einfach als Hingucker, denn nicht nur die wunderschönen Schleierflossen, sondern auch die tollen Farben laden einfach zum Hinsehen ein. Artfremden Fischen gegenüber verhalten sich die Schleierkampffische recht umgänglich, sind jedoch wie die meisten Fischarten Jung- und Kleinfischräuber, aber durch ihre eher behäbige Art –auch bedingt durch die recht schwere Beflossung- können sie nicht allzu schnell agieren.

Auf keinen Fall sollte man die Kampffisch-Männer mit langflossigen Guppyzuchtformen in kleinen Aquarien zusammen setzen, da der Guppy evtl. von dem Kampffisch fälschlicherweise als Kampffisch-Mann angesehen werden könnte und dann natürlich den Kürzeren zieht. Auch darf der langflossige Betta splendens nicht mit Flossenzupfern, wie z.B. Sumatrabarben, vergesellschaftet werden, da das ständige Flossengezupfe den Kampffisch nicht nur entstellen, sondern auf Dauer auch töten könnte. Von diesem farbenprächtigen Labyrinthfisch (ist nicht ausschließlich auf Kiemenatmung angewiesen sondern auch in der Lage, über das Labyrinthorgan atmosphärischen Sauerstoff zu atmen) gibt es mittlerweile viele verschiedene Zuchtformen (Crowntails, Halfmoons…).

Die Kampffisch-Männer sind fürsorgliche Väter. Sie bauen zum Ablegen der Eier ein Schaumnest an der Wasseroberfläche und betreiben Brutpflege. In Aquarien ab 80 cm mit genügend Rückzugsmöglichkeiten kann man 1 Mann mit mindestens 2 Kampffisch-Frauen zusammen halten. Die Schleierkampffische erreichen eine Größe von ca. 7 cm und ein Alter von etwa 2 Jahren.



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