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Diese zu den Harnischwelsen gehörende Art passt sich an die verschiedensten Wasserparameter (Wasserwerte) an und ist sehr widerstandsfähig. Die Lebenserwartung dieser Welsart beträgt bis zu 15 Jahren. Ursprünglich stammen die Fische aus Südamerika, zum Beispiel aus dem Amazonasbecken und dem Rio Negro und werden etwa 15 cm groß, wobei die Weibchen etwas kleiner bleiben. Der Geschlechtsunterschied ist aber erst bei den größeren Tieren ab ca. 6 - 7 cm erkennbar, denn dann wachsen dem Männchen geweihartige Auswüchse = Antennen auf dem Kopf, was ihnen ein wunderbar skurriles Aussehen und ihren deutschen Namen verleiht. Die Weibchen bleiben dagegen „glatt rasiert", also ohne oder aber mit nur wenigen, kleinen Antennen. Nach oft tagelangem Jagen des Weibchens (dadurch wird der Laichansatz ausgelöst) werden zwischen 70 bis maximal 100 orangefarbener Eier abgelegt, welche eine wirklich erstaunliche Größe von bis zu ca. 3 mm erreichen. Diese Eiablage passiert immer in Höhlen oder Hohlräumen in und unter Steinen, Wurzeln oder in von uns angebotenen künstlichen Bruthöhlen. Hat man mehrere Welsdamen im Aquarium darf nur das Weibchen in der vom Welsmännchen gereinigten Höhlung seine Eier ablegen welches es schafft, sich an dem Welsmann vorbei zu drängen. So haben nur die gesunden, starken Damen die Chance sich fortzupflanzen. Papawels übernimmt nach dem Ablaichvorgang sofort die Brutpflege und verjagt sein Weibchen. Er sitzt auf dem Eigelege und fächert mit seinen Flossen permanent Wasser und damit Sauerstoff auf die Eier, um eine gute Entwicklung seiner Brut zu gewährleisten. Mit dem breiten Saugmaul werden die Eier auch immer wieder vorsichtig abgeschrubbt, um Pilzsporen oder schädlichen Kleinstlebewesen keine Chance zu geben das Gelege anzugreifen und zu vernichten. Die Jungen schlüpfen -je nach Temperatur- nach ca. 4-6 Tagen aus den Eiern und werden von Papawels weiterhin bewacht und befächert. Nach weiteren 7-10 Tagen ist der Dottersack, von dem sich die Kleinen die erste Zeit ernähren, aufgebraucht und die Jungwelse von ca. 0,8 cm bis 1 cm Größe verlassen nun –meist bei Dunkelheit- die schützende Höhle und ihren fürsorglichen Vater. Ab diesem Zeitpunkt sollte man das Aufwachsen der Jungwelse mit Zugabe von entsprechendem Welsfutter (z.B. Spirulinatabletten, Wels-Chips o.ä.) unterstützen, denn nur der Algenwuchs im Aquarium wird für eine gesunde Aufzucht der Welsbabys nicht genügen. Gerade in der ersten Zeit kann man dann den Kleinen beim Wachsen regelrecht zusehen. Sollte man sich von seinen vielen Jungwelsen irgendwann einmal trennen wollen bzw. müssen, so sollten diese mindestens eine Größe von ca. 4 cm besitzen, um ein Umsetzen problemlos verkraften zu können.
Die blauen Antennenwelse sind bei den Aquarianern sehr beliebt, da vor allem die jungen Welse unermüdlich das Aquarium nach Algen durchsuchen, indem Sie mit ihrem großen Saugmaul auf allen Pflanzen, Aquarienglas und Gegenständen entlang rutschen. Neben der braunen Färbung gibt es auch noch die albinotische Form (gelb mit roten Augen). Neben der bekannten kurzen Beflossung kann man auch ab und zu auch eine Schleierform (lange Flossen) in beiden Farben im Fachhandel erwerben. Sollten Sie sich nun, wenn Sie sich die eigentlich braun gefärbten Antennenwelse ansehen über deren Namen „blauer" Antennenwels wundern, so möchte ich erwähnen, dass die ursprünglichen Wildfänge einen deutlichen Blauschimmer aufwiesen, heute aber die Nachzuchttiere, welche man normalerweise im Handel oder bei Züchtern erhält, oft durch Mischung mit anderen, artverwandten Antennenwelsarten diesen Blauschimmer total verloren haben. Richtig wäre eigentlich nicht mehr die Bezeichnung Ancistrus dolichopterus = blauer Antennenwels, sondern für die Hybriden die Bezeichnung Ancistrus sp.. Aber unseren Antennenwelsen dürfte ihr Name letztendlich vollkommen egal sein, solange wir ihnen optimale Lebensbedingungen in unseren Aquarien schaffen. Hierzu gehört zum Beispiel auch, dass man den Welsen auf jeden Fall Wurzelholz (z.B. Mangroven-Wurzeln) zum Abschaben anbietet, da die abgelösten Holzfasern für die Verdauung benötigt werden. Alternativ bzw. ergänzend zu den Holzwurzeln gibt es mittlerweile im gut sortierten Fachhandel aber auch schon spezielle Welstabletten, in welche Holzfaseranteile mit eingearbeitet worden sind. Interessanter Weise werden Algen, Futterstücke und Holzfasern jedoch nicht –wie die meisten Aquarianer vermuten- mit dem Saugmaul der Welse abgelöst, denn dieses dient eigentlich nur zum Festhalten an / auf einer Fläche, bzw. zum Vorwärtskommen bei stärkerer Strömung. Stattdessen benutzt der Antennenwels eine so genannte Raspelzunge, die auf der Oberfläche ähnlich wie Schmirgelpapier gestaltet ist, indem er durch schnelle Vor- und Rückwärtsbewegungen der Zunge sein Futter „abraspelt". Der blaue Antennenwels ist ein recht friedlicher Geselle, der aber durchaus auch in der Lage ist, sich gegen Fressfeinde oder auch Futterrivalen durchzusetzen. Fasst man einmal vorsichtig den Körper eines Antennenwelses an, so kann man seine recht starke „Hautpanzerung" ertasten. Die feinen Schuppen sind nämlich regelrecht verstärkt. Des Weiteren besitzen die Welse so genannte Kiemen- und Flossenstacheln, welche mit kleinen Widerhaken versehen sind. Sollte zum Beispiel ein anderer Fisch versuchen einen Antennenwels aufzufressen / abzuschlucken, so spreizt dieser sämtliche Flossen und die Kiemenstacheln ab, so dass er dem Fressfeind im wahrsten Sinne des Wortes im Halse stecken bleibt. Dies wäre zwar in diesem Falle auch für den Wels das Todesurteil, ab der „Fresser" würde dadurch verenden und könnte nie mehr einen anderen Ancistrus auffressen. Auch im Kampf gegen Artgenossen werden diese Kiemen- und Flossenstacheln immer wieder eingesetzt. Oft genügt jedoch ein drohendes Vorzeigen der „Waffen", um andere Welse kampflos in die Flucht zu schlagen, und Dank der „Panzerung" gehen kleinere Rangeleien um Revier und Futter meist auch ohne Verletzungen vonstatten. Mit dem blauen Antennenwels holen wir uns also einen interessanten „Ritter", ausgestattet mit Waffen und Harnisch in unser Aquarium.
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