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Anlässlich des nationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus und der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 67 Jahren versammelten sich heute zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zu einer gemeinsamen Gedenkfeier am Kaiserslauterer Synagogenplatz.
„Heute jährt sich zum 67. Mal der Tag, an dem die sowjetische Armee die überlebenden internierten Menschen jüdischen Glaubens aus dem Konzentrationslager Auschwitz befreite“, erinnerte der städtische Beigeordnete Joachim Färber in seiner Rede. Auschwitz sei das Synonym für den Massenmord der Nazis, den Rassenwahn und das Kainsmahl der deutschen Geschichte. Der internationale Holocaust-Gedenktag sei kein Feiertag im üblichen Sinne. „Er ist ein „Denk“tag, denn Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit schaffen Orientierung für die Zukunft“, so der Beigeordnete. Färber unterstrich auch, die beste Versicherung gegen Völkerhass, Faschismus und Nationalismus sei und bleibe die lebendige Erinnerung und die aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte. „Ich wünsche mir, dass der 27. Januar zu einem Gedenktag des deutschen Volkes, zu einem wirklichen Tag des Gedenkens und Nachdenkens wird. Nur so vermeiden wir, dass er Alibi-Wirkung entfaltet, um die es uns allen am allerwenigsten gehen darf.“ Färber appellierte an die kollektive Verantwortung und die Pflicht über den Holocaust und die grauenhaften Geschehnisse aufzuklären. „Lassen Sie uns gemeinsam den Rechtsextremismus mit allen demokratischen Mitteln bekämpfen. Wir zeigen heute, dass in Kaiserslautern keine Akzeptanz für dieses Gedankengut existiert.“
Larissa Janzewitsch sprach im Namen des Vorstandes und der Mitglieder der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz und dankte allen, die sich heute im Gedenken versammelt hatten. „Es ist einmal geschehen, also kann es wieder geschehen“, zitierte sie und betonte: „Es ist unsere Aufgabe als Nachkommen die Erinnerung an die Schrecken des Nationalsozialismus wach zuhalten.“ Die Erinnerung dürfe nicht enden, um auch kommende Generationen wachsam zu mahnen.
Auch Dekanin Angelika Keller rief im Anschluss zu einem gemeinsamen Gebet auf, um den Opfern und den Angehörigen, die bis heute an den Folgen des Nationalsozialismus leiden, zu gedenken. Nach den Redebeiträgen sprach Michael Kats von der Jüdischen Kultusgemeinde Kaiserslautern das Kaddisch, das zentrale Totengebet des jüdischen Glaubens. Anschließend legten der Beigeordnete Färber und Larissa Janzewitsch von der Jüdischen Kultusgemeinde am Synagogenplatz einen Kranz nieder und verweilten in stillem Gedenken.
Mit Zitaten aus dem Tagebuch der Anne Frank erinnerten Schülerinnen und Schüler der Lina-Pfaff-Realschule an die Gräueltaten des Nazi-Regimes. Philipp Winicker und Marc Elsenbart, Schüler der Emerich- Smola- Musikschule und Musikakademie Kaiserslautern, umrahmten die Gedenkfeier musikalisch mit Trompetenklängen. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler der städtischen Schulen waren ebenfalls zum Synagogenplatz gekommen, um an der Gedenkfeier teilzunehmen.
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