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21.01.12

Interview mit Urs Häberli

Von: Petra Rödler

Regisseur "Chronik der Unsterblichen - Blutnacht"

Sie proben seit Anfang Dezember 2011 ein Stück, zu dem das Buch erst in Kürze erscheint und das in noch keiner Fassung je auf einer Bühne zu sehen war. Am 21. Januar ist Welturaufführung für die „Chronik der Unsterblichen – Blutnacht“ nach dem Romanzyklus von Fantasy-Autor Wolfgang Hohlbein.

Herr Häberli, Sie haben schon viele Opern, Musicals, Operetten und Schauspiele inszeniert. Ist diese Rockoper etwas Neues für Sie?
Urs Häberli: „Es ist für uns eine spannende Reise. Das Werk ist wirklich noch im „work in progress“ und wir feilen immer noch an Szenen. Was ich sehr begrüße, ist, dass man nicht nur einen Text bekommt und man sagt: „Nun mach mal“, sondern man  gegenseitig liest und sich jeder zu der Geschichte befindet – ein spannendes Unterfangen - schwieriger, aber auch interessant. Wenn man den profanen Vergleich zum Beispiel mit der Oper „Tosca“ macht, die ja durchaus bundesweit auf verschiedenen und vielen Bühnen zu sehen ist, dann ist man als Regisseur durchaus verführt, die eine oder andere Aufführung zu sehen. Die Komposition ist durchkomponiert, es sind keine Szenen umzustellen und man hat eine Vorlage, die schon 100fach erprobt ist. Das ist hier nicht der Fall und das gibt einem eine gewisse Freiheit. In der besagten Oper, würde man den Regisseur als inkompetent oder Abenteurer bezeichnen, wenn er die Arie vor das Duett stellen wollte. Aber genau dieses Abenteuer und dieses Eintauchen in die Materie kann man sich bei dem Werk erlauben. Und das ist sehr schön. Es gibt so verschiedene Sichten auf das Stück, so dass man immer wieder versuchen muss, einen Konsens mit allen Beteiligten zu finden.“

Was sagen Sie zur Musik?
„Die Musik ist außerordentlich toll und  unwahrscheinlich vielseitig. Ich muss Vanden Plas und allen Kreativen ein großes Kompliment machen. Sie charakterisiert die Figuren außerordentlich gut. Zum Beispiel die Dracul-Nummer: Wenn man schon alleine die Musik hört und die Augen schließt, sieht man das Fest Draculs geradezu vor sich. Auch bei unserem Ballettdirektor Stefano Giannetti machte es beim ersten Hören sofort klick und er hatte viele Ideen, die Musik umzusetzen. Er wird mir mit seinem Ensemble trotz der Belastung und vielen Arbeit, die sie im Moment mit Carmina burana, einer Werkstattproduktion und den „Liebesstürmen“ auf der großen Bühne, haben, in gewissen Szenen unter die Arme greifen. Das genieße ich sehr.
Wenn man in der Überschrift die Prog-Metal-Formation „Vanden Plas“ liest, schreckt der eine oder andere Zuschauer vielleicht schnell mal zurück. Man wird aber überrascht feststellen, dass es sehr viele schöne Szenen gibt, ballett- und balladenartigen Szenen, die  eine Feinheit und auch eine andere menschliche Komponente in das Stück bringen, die es dann auch reich macht - ein Stück mit vielen Aspekten. Zurzeit entsteht ein musikalisches Motiv für das Schwert Odins, das sozusagen als Lenker des Schicksals die Figuren von einem Ort, auch akustisch erkennbar, in einen anderen kommen lässt.“

Was können Sie zur Besetzung verraten?
„Wir haben viele bekannte Gesichter. Astrid Vosberg spielt „Meruhe“, Andy Kuntz ist „Andrej Delany“ und Manuel Lothschütz spielt den Schwarzen Ritter. Ich bin sehr froh, dass wir in letzter Sekunde noch Randy Diamond für drei Rollen gewinnen können. Er alterniert als „Loki“ mit Alexander Franzen und als „Dracul“ mit Maciej Salamon. Diese beiden sind hier neu am Haus, was ich sehr begrüße, um auch dem Publikum mal wieder neue Künstler zu präsentieren. Das Gleiche trifft für die Rolle der Maria zu, die von Julia Steingaß gespielt wird. Ein großer Wunsch für mich hat sich mit der Besetzung des „Abu Dun“ durch OJ Lynch, den wir hier aus „Hair“ kennen, erfüllt. Es gibt also eine super Mischung aus neuen Gesichtern und alten Bekannten. Hinzu kommt der Chor mit interessanten und spannenden Aufgaben. Auch der Kinderchor, eine schöne Mischung aus verschiedenen Jungs und Mädels, ist mit voller Freude dabei. Die freuen sich sehr und sind richtig stolz, dass sie dabei sein können.  So bleibt zu hoffen, dass die gute Vorlage auch eine schöne Umsetzung auf der Bühne bekommt.“

Interview und Fotos: Petra Rödler



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