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3. Kaiserslauterer Festival des nacherzählten Films am 11. Juni im Pfalztheater
Hobbybäcker gesucht
Dr. Klaus Weichel: „Zusammenarbeit der Beteiligten hat reibungslos funktioniert.“
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Drei Weltreligionen und jede erhebt für sich den Anspruch die wahre zu sein. Dieses Thema beschäftigt die Menschheit seit Jahrhunderten – auch auf der Bühne. Bei der gestrigen Premiere von „Nathan der Weise“ bewies ein Stoff einmal mehr, dass er bis heute nichts an seiner Aktualität verloren hat. Ein Stück, das auf die Bühne gehört und das man nicht versäumen sollte.
Regisseur Harald Demmer gelingt auf der PT-Bühne eine wunderbare Kombination aus „altem“ Text (Uraufführung 1783) und aktuellem Bühnenbild, das an den Nahen Osten erinnert. Dafür ist er extra vor der Inszenierung nach Jerusalem gefahren, wo auf kleinstem Raum die „großen religiösen Heiligtümer“ liegen und die drei Religionen auf engstem Raum zusammen leben. Nur ein paar Kilometer davon entfernt, liegt das Gebiet der Palästinenser. Da gibt es „viel Beton, viel Zerstörung“. Und so ist dann auch das Bühnenbild geworden: nicht vier, sondern ein Spielort und es zeigt mit seinen umzukippend scheinenden Betonplatten den Kriegszustand. Und da ist das Publikum auch schon mitten drin in der Geschichte:
Nathan, ein jüdischer Kaufmann, erfährt bei der Rückkehr von einer Handelsreise, dass seine Tochter Recha nach einem Brand in seinem Haus von einem Tempelritter gerettet wurde. Diesen wiederum begnadigte Sultan Saladin, der Herrscher von Jerusalem, weil er seinem verschollenen Bruder ähnlich sieht. Nathan will dem Retter persönlich danken, aber der will nicht mit Juden zu verkehren. Langsam überzeugt Nathan, den Christen zu einer toleranten Haltung. Der Sultan hat finanzielle Probleme und will an das Geld des reichen Kaufmanns. Er will dem Juden eine Falle stellen, indem er ihn fragt, welche der drei Religionen die Beste sei. Die Antwort Nathans ist die berühmte „Ringparabel“. Im Laufe der Geschichte verlieben sich der Tempelherr und Nathans Tochter, doch jetzt hat Nathan Vorbehalte…
Dem Schauspielensemble gelingt es mit jeder einzelnen Darstellung die Figuren lebendig werden zu lassen, trotz der heute nicht leicht zu verstehenden Sprache des Dichters. Besonders beeindruckend ist Nathans Ringparabel, die es dem Zuschauer durch ihre Klarheit, auch in der Umsetzung mit nur einem Scheinwerfer, leicht macht, sich ausschließlich darauf zu konzentrieren und auf sich wirken zu lassen. Kleine Details, wie zum Beispiel die pädophile Neigung des Patriarchen von Jerusalem geben dem Stück eine weitere, leider auch hier traurige Aktualität und Wahrheit. Ein Klassiker, der endlich wieder auf der Bühne des Pfalztheaters angelangt ist und nach wie vor nachdenklich stimmt.
Besetzung:
Henning Kohne (Nathan)
Hannelore Bähr (Sittah)
Rainer Furch (Saladin)
Marion Fuhs (Recha)
Markus Penne (Tempelherr)
Susanne Ruppik (Daja)
Daniel Mutlu (Derwisch)
Peter Nassauer (Patriarch von Jerusalem)
Reinhard Karow (Klosterbruder)
Weitere Spieltermine und Karten unter www.pfalztheater.de
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