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Wieder einmal schafften es der Ballettdirektor Stefano Giannetti und seine Kompagnie das Publikum zu begeistern und zu faszinieren. Man ist es inzwischen von ihnen nicht anders gewohnt und dennoch ist es immer wieder aufs Neue erlebens- und sehenswert, was dieses Ensemble für eine großartige Leistung auf die Bühne bringt. Seit vergangenen Samstag (16. April) steht "Alice im Wunderland" auf dem Spielplan des Pfalztheaters. Doch es ist nicht nur ein Ballettstück - es ist ein Gesamtkunstwerk.
Wo sonst findet man heute noch ein Ballettstück im Sinne der Ballett Russes? Was Anfang des 20. Jahrhunderts eines der bedeutendsten Ballettensemble berühmt machte, nämlich die Zusammenarbeit verschiedener Künstler (Maler, Komponisten und Tänzer), gibt es heute fast nicht mehr. Stefano Giannetti hat diese große Balletttradition in Kaiserslautern nach "Rumpelstilzchen" im Jahr 2009 erneut aufleben lassen: Das Bühnenbild stammt von dem deutschen Maler, Grafiker, Designer und Bildhauer Otmar Alt. Es ist ein fantasievolles und farbenreiches aber auch schlichtes Bühnenbild, das den Tänzerinnen und Tänzern viel Freiraum lässt. Die klangreiche Musik stammt vom deutschen Komponisten Herbert Baumann. Beide Künstler waren sowohl im Vorfeld der Produktion als auch bei der Premiere am Samstag anwesend.
Stefano Giannetti erzählt die Geschichte von "Alice" eindrucksvoll einfach und klar - aber auch, wie es das Publikum von ihm gewöhnt ist, hier und da mit einem Augenzwinkern. Flavia Samper ist eine wundervolle Alice, die mit großen und wachen Augen, aber auch mit allen emotionalen Ausdrücken ihres Gesichtes und ihres Körpers durch das Reich der Fantasie tanzt. Neben ihr beeindrucken insbesondere die beiden Gäste, die der Ballettdirektor für diese Produktion an das Pfalztheater geholt hat: Viara Natcheva (Herz-Königin) und Randy Diamond (Herzogin). Erstere beeindruckt wieder einmal durch ihr außergewöhnliches Können und ihre unglaublich schön anzusehende Anmut, egal, ob sie mit der Herzogin kämpft oder den Pik-Buben mit einem Tango betört. Sie ist eine wundervolle "Böse". Dem früheren Solist des Stuttgarter Balletts, Randy Diamond, hat Stefano Giannetti sogar eine Szene eigens auf den Leib geschrieben. Man hört nur ein Blubbern, wenn er zum Wegwerfen komisch die Pfeffersuppe kocht und dazu immer wieder niest beziehungsweise sich den Hintern am heißen Topf verbrennt.
Neben den Hauptfiguren bringt aber auch das ganze Ensemble wieder ein mit viel Spielfreude getanztes Stück auf die Bühne. Das liegt aber auch daran, dass dem Ballettdirektor jede Figur wichtig ist. Vom Hutmacher über den Dichter selbst bis hin zum hektischen Kaninchen erzählen alle ihre Geschichte auf der Bühne. Und auch hier gibt es wunderschöne gemeinsame kleine Geschichten in der Geschichte, so zum Beispiel die Teeparty, den Tanz der Gärtnerinnen oder das Duell des Herz-Buben mit dem Pik-Buben..
Zusammenfassend kann man sagen: Ein Stück für die Augen, die Ohren und die Füße (bei so mancher Melodie konnten diese beim Publikum nicht still halten!). Jede Minute ist es wert, sich in das Wunderland von Alice entführen zu lassen!
In dieser Spielzeit gibt es noch sieben Vorstellungen. Beeilen, denn die Karten sind schneller ausverkauft, als man denkt…
Weitere Informationen: www.magazin-insider.de/musik-kultur/theater-bands/datum/2011/04/12/ballett-vereint-erneut-kuenstler/
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