Beigeordneter Joachim Färber: „Wir freuen uns, ein solches Angebot in unserer Stadt zu haben.“
Sozialdemokraten ergreifen Initiative für ein Tourismuskonzept
Ausstellungseröffnung im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
Sportdezernent Färber überrascht Schülerin mit Präsenten
Patrice Huth in Altersteilzeit verabschiedet
1. FC Kaiserslautern hat Mittelfeldspieler Ariel Borysiuk vom polnischen Erstligisten Legia...
aktuelle News aus Kaiserslautern
News vom 1. FCK oder Bilder vom FCK Aufstieg
oder zu Bernd Barths Fotoblog
Neues vom Pfalztheater und der Musikszene Kaiserslautern
das Kinoprogramm Kaiserslauern
Pfälzer Spezialitäten und andere Leckereien
Ausflugsziele Pfalz
Reisetipps in die ganze Welt
Schöner Wohnen in Ihrem Zuhause
Rund ums Haus
Modetipps
Kosmetik
Frisurenmode und Tipps für Ihr Haar
Model des Monats
Gesundheitstipps und vieles über Zahngesundheit
News Sportvereine Kaiserslautern und 10.000 Schritte Aktion
Tipps für Ihr Auto
Tipps für Ihr Haustier
Kolumne Kummer Carsten
Heftdownload INSiDER
Mediadaten INSiDER
oder zurück zur Startseite
Sehr geehrter KummerCarsten!
Na, das ist ja bezeichnend: seitens der Öffentlichen-Rechtlichen wird beim Eurovision Song Contest mal wieder auf ganzer Linie versagt, so daß das Privatfernsehen es jetzt richten muß. Wo bleibt da der Kulturauftrag von ARD und ZDF? Wo die Grundversorgung? Wozu bezahlen wir überhaupt noch Rundfunkgebühren?
Wir sind zutiefst empört und verlangen Sofortmaßnahmen seitens der Verantwortlichen. Entlassen Sie den NDR aus der Verantwortung, übergeben Sie diese Pro7 und überdenken Sie das Thema GEZ erneut gründlichst.
Unter lautem Protest
grüßt die politische Hinterbank
Liebe Leserschaft!
Ich gestehe: ich mag den Grand Prix de la...äh... Eurovision Song Contest. Wenn andere ihre Stimmbänder zum Wohle des Bankkontos von Siegel & Co. und zum höheren Ruhm der Nation strapazieren, erregt dies meine Schaulust ungemein und befriedigt den kleinen Patrioten in mir. Möglicherweise hab ich ‘ne Macke. Doch diese teile ich offenbar mit Millionen anderer TV-Glotzer. Diese Million -gerne als „schweigende Mehrheit“ betitelt- schreit nun erneut vor Entsetzen auf, weil der diesjährige ESC-Beitrag abermals nicht unter den vorderen Plätzen rangiert. Besser gesagt: das Entsetzen soll angeblich wieder unermeßlich gewesen sein, schenkt man Deutschlands meistverkaufter Zeitungsparodie Glauben (was bekanntlich nicht unbedingt empfehlenswert ist). Doch selbst notorischen NichtgeBILDeten sprangen die Schlagzeilen aus der Regenbogen-Presse förmlich ins Gesicht: „Blamage“, „Debakel“ bis hin zum „Gebühren-Boykott“ reichten die Überschriften jedesmal, wenn in den letzten Jahren die Ergebnisse der ESC-Teilnehmer unter den Erwartungen blieben. Empörung wird durch Springer & Co. erst richtig schön. Und ein paar Hinterbänkler der konservativen bis liberalen Volksparteien, die auch mal im Bild sein wollten, reden dem „Bild“-Volk selbstverständlich nach dem Munde, und bringen -wen wundert’s- die Gebührenfrage ins Spiel.
Auffällig ist dabei nur, daß diese Boykott- und teilweise sogar Abschaffungsforderungen immer wieder aus den Reihen derjenigen Parteien erfolgen, die die Einführung des Privatfernsehens seinerzeit massiv voran getrieben hatten. Und von denjenigen Zeitungen und Internetmedien, die vom Privatfernsehen partizipieren.
Einem Stefan Raab muß man neidlos zugestehen, daß sowohl seine Talentsuch-Show als auch sein Bundesvision Song Contest, von den Teilnehmern wie vom Format her, qualitativ ganz weit vorne anzusetzen sind. Doch weder Raab noch Pro7 sind das Allheilmittel gegen miserables Abschneiden beim ESC. Diese Nation mag scheint’s das seichte Geblubbere à la Bohlen, Siegel & Co. Das jüngste DSDS-Ergebnis, die anschließende Nachfrage in den Plattenläden sowie die Formate bzw. Rotationen diverser (privater) Radiostationen sprechen diesbezüglich B.Ä.N.D.E!
Blöd ist allerdings, daß den Krempel außerhalb bundesrepublikanischer Grenzen kein Aas hören will - weder bei irgend einem Eurovision- noch bei sonstigen Song Contests. Nicht einmal im Radionachtprogramm. Selbst die sonst gerne einen Hang zum „Süßlichen“ und „Aaalglatten“ besitzenden Briten setzen bei derlei Veranstaltungen auf eine neue „Masche“: Häßliches Entlein mit Wunderstimme gesucht! Resulat? Paul Potts. Susan Boyle.
Der Hase liegt also ganz woanders im Pfeffer. Und schon gar nicht kann man den Talentwettbewerbe ausrichtenden Sendern Vorwürfe machen: Deutschland sucht nämlich weder bei DSDS, noch beim ESC oder gar im täglichen Radio- bzw. TV-Programm nach Qualität. Sondern...tja, nach was eigentlich? Nach glattgebügelten Schwiegersöhnchen, die lieblich trällern? Oder läßt Deutschland sich einfach bloß von einer groß angelegten Verdummungsmaschinerie an der Nase herum führen? Hmm. Platz für Spekulationen gibt es allemal.
Sollte es jedenfalls einem Herrn Raab tatsächlich gelingen, ein Umdenken in dieser Nation herbeizuführen, dann gebührte ihm wahrlich das Bundesverdienstkreuz. Viel zu tun hätte er allemal... Und unser Gebührengeld wäre sinnvoll eingesetzt!
Den Boykott-Schreihälsen hingegen geht es derweil ohnehin nur vorgeschobenermaßen um die Qualität von ARD und ZDF bzw. deren Sendungen. Im Grundsatz ist dies nämlich der gemeinsame Versuch von Medienkonzernen und konservativen Politikern, das Öffentlich-Rechtliche abzuservieren. Ein Konstrukt, welches nach den einschlägigen Erfahrungen aus Weimarer Republik und drittem Reich mit Bedacht gewählt wurde, um dieses Medium weder zum Propaganda-Werkzeug der Regierung noch zum Sprachrohr des großen Geldes zu degradieren. Der Patriarch Adenauer sah und hörte es mit Grausen. Seine vorgeblichen Enkel sind indessen ständig dabei, mittels Protegierung privater Sender diese bewährte Konstruktion zu kippen. Denn ihnen liegt nichts an unbequemem, investigativem Journalismus. Sie wollen keine Beiträge mehr hören oder sehen, die gründlich recherchiert kritisch berichten. Sie wollen auch keine qualitativ anspruchsvolle Unterhaltung mehr. Nein. Sie wollen den Bundesbürger von vorne bis hinten mit Dauerberieselung, sogenannten Formaten, Spielfilm-Ramsch, Seifenopern, Seelenstrip- und Spieleshows auf dem geistigen Niedriglevel halten und allenfalls Schlagzeilen-Journalismus im Bildzeitungs-Jargon bzw. -Stil; dargebracht von jung-dynamischen Hohlköppen. Nur bitte bloß nichts, was den hoch geschätzten Werbekunden verprellen bzw. die Konsumfreude des Zuschauers hemmen könnte.
Man kann den Öffentlich-Rechtlichen gewiß und zurecht einiges an Kritik vorwerfen. Man kann sogar über die Gebührenhöhe trefflich diskutieren (z.B. brächte eine Abspeckung des Verwaltungsapparates GEZ sicherlich mehr Vor- als Nachteile). Aber es gibt keinen Mißstand bei ARD und ZDF, dem die privaten Radio- und TV-Sender jemals abhelfen konnten oder können! Weder im Falle ESC, noch sonstwo.
In diesem Sinne
Der KummerCarsten