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08.10.08

Kummer Carsten Dezember 08

 

Sehr geehrte Fernsehmacher!

Was Sie unserem Intellekt tagtäglich antun, ist gelinde ausgedrückt ein Zumutung. Sie senden unentwegt Stumpfsinn und ihr Programm ist arm, verblödet, kulturlos und einfach lächerlich.
Wir appellieren an den gesunden Menschenverstand der Sender-Verantwortlichen: setzen Sie diesem unsinnigen Treiben ein Ende.

Hochachtungsvoll

Elke & Marcel


Sehr geehrte HeidenReich-Ranickis!

Nach vollbrachtem Tagwerk, Bewerkstelligung familiärer Aufgaben, Pflege sozialer Kontakte sowie Verrichtung haushälterischer und sonstiger Verpflichtungen, bleiben dem Durchschnittsfernsehkonsumenten im Idealfall zwo Stunden, innerhalb derer er dann zwischen über 40 Programmen zappen kann.

Und wißt Ihr was: vor lauter qualitativ hochwertiger Berichterstattung und sonstig anspruchsvoller Beiträge auf Phoenix, 3sat, arte, BR-alpha, im Ersten, dem Zweiten, den Dritten, ja punktuell sogar bei ein paar Privaten, kommt man in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit wahrlich nicht dazu, sich sämtliche erlesenen Sendungen bzw. Filme anzuschauen. Geschweige denn, auf irgendwelche Niveaulossender zu schalten. 

Fachleute sprechen auch von „selektivem fernsehen“.

Genießt man hingegen den zeitlichen Luxus Ihresgleichen, sich tagsüber stundenlang vor die Glotze zu hocken und leidenschaftlich einer Dauerberieselung hinzugeben, läuft man sicherlich Gefahr, seinen Geisteszustand auf Dauer zu schädigen.

Frohen Zeitvertreib wünscht

Ihr Carsten

  

Hey Medienvertreter!

Nach der plötzlichen und unerwarteten Trennung von meiner Gattin, muß ich endlich aller Welt verklickern, welch ein Martyrium die Ehe mit einer solch prominenten und geschäftigen Frau gewesen ist.

Selbst für den Beischlaf mußte ich mir Termine geben lassen. Zuletzt hat sie mich sage und schreibe 18 Monate schmachten lassen. Wo gibt es denn sowas?

Bitte schreibt, sendet, veröffentlicht, was für eine Zimtzicke meine Ex ist. Und keine Madonna, wie jeder bislang glaubte.

Es dankt Euch

Euer Guy R.

 

Hey Guy.

Mag ja durchaus sein, daß Deine Ex-Holde etwas merkwürdig gewickelt ist. Aber frag Dich doch mal ernsthaft, welcher Normalsterbliche einen solchen Nonsens freiwillig und dauerhaft mitmacht. Und dann auch noch so „schlau“ ist, dies in aller Öffentlichkeit zuzugeben. Eigentor und 1:0 für Deine Ex, würd ich mal meinen.

Cheers

Carsten

 

Lieber Gesetzgeber.

Es ist einfach grauenvoll. Wir werden der Lage schlicht und ergreifend nicht mehr Herr. Je mehr Schutzmechanismen wir installieren, umso öfter werden diese geknackt und man vervielfältigt munter unsere CDs. Wenn das so weitergeht mit dieser illegalen Dupliziererei, dann können wir über kurz oder lang unsere Pforten dicht machen.

Deshalb fordern wir Sie, liebe Bundestagsparteien, hiermit inständig und nachhaltig auf, uns bei der Verfolgung von Raubkopierern umfangreich zu unterstützen, und alle erdenklichen rechtsstaatlichen Mittel auszuschöpfen, respektive ausreichende gesetzliche Grundlagen zu schaffen, damit diesem Treiben endlich Einhalt geboten werden kann.

Gezeichnet

Ihre Plattenindustrie

 

Sehr geehrte Plattenindustrie.

Es ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, daß der Diebstahl geistigen Eigentums verfolgt und bestraft werden muß. Es steht auch völlig außer Frage, daß innerhalb unserer Gesellschaft das Werteempfinden gegenüber Kunst im allgemeinen, und Musik im speziellen äußerst gering ist. Und natürlich ist unleugbar, daß infolge dessen, die Zahl an Raubkopien und die Ablehnung gegenüber dem Erwerb von Vollpreisware im Bereich CDs und DVDs kontinuierlich zunimmt.

Woran liegt das aber ursächlich?

Wart nicht Ihr es selbst, die jahrezehntelang in ihrer Deckung verschwanden, und den Musikkonsumenten im Unklaren darüber ließen, welche Funktionen Ihr eigentlich inne habt? Daß Ihr es seid, die einen Künstler erst ausfindig machen und dann Stück für Stück aufbauen? Habt Ihr den Musikhörern jemals klar gemacht, welchen zeitlichen und finanziellen Aufwandes (Studiokosten, Vertrieb, Werbung etc.) es bedarf, einen Künstler dauerhaft zu etablieren? Oder welchen Zeitaufwand und welche Kosten mancher Künstler oftmals selbst investiert, bis er dort angelangt ist, wo er heute steht?

Habt Ihr andererseits mal Erklärungsversuche dahingehend unternommen, wieso Eure Produkte im Handel zu höheren Preisen angeboten werden (müssen) als via Internetvertrieb oder Download?

Fragen über Fragen, die es an der Zeit wäre, zu beantworten.

Macht Euch transparenter. Erklärt den Leuten Euer Tun und Handeln. Macht ihnen plausibel, wieso diese oder jene Kosten entstehen und wieso diese sich im Preis niederschlagen.

Folgt dem Beispiel der Spieleindustrie, die mit dem Problem Raubkopien übrigens schon weitaus länger zu kämpfen hat als Ihr, aber seltsamerweise stets Umsatzsteigerungen verbucht.

Anstatt Euch unnötig mit der Verfolgung der Raubkopierer aufzuhalten, bzw. ihnen die alleinige Schuld an Eurer hausgemachten Misere zuzuschreiben.

Gruß

Carsten