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12.01.11

Vorfahrt für den Pflug

Von: ADAC

Riskante Begegnungen auf winterlichen Straßen

 

Sie sind laut, überbreit, knallorange und räumen im Akkord. Bei winterlichen Straßenverhältnissen rücken Streu- und Räumfahrzeuge aus, um die Straßen möglichst schnell in einen befahrbaren Zustand zu versetzen. Keine leichte Aufgabe für die Lenker der tonnenschweren Gefährte, denn wenn sie gebraucht werden, ist meist eine ganze Region betroffen.

Bis zum Einsetzen des Berufsverkehrs versuchen die Winterdienstler die Lage in den Griff zu bekommen. Deshalb sollten die Räumkommandos nicht als fahrende Hindernisse gesehen werden. „Damit die Räumarbeiten reibungslos und zügig vorangehen, sollten die Autofahrer vor allem auf riskante Überholmanöver verzichten,“ rät Klaus-Peter Sehnert, Vorsitzender des ADAC Pfalz. Kommt ein Schneepflug entgegen, hält man sich möglichst weit rechts. Wird es sehr eng, sollte man für einen Moment am Fahrbahnrand anhalten.

Auf Autobahnen sind häufig Zweier- oder Dreierstaffeln unterwegs, die alle Fahrspuren blockieren. Im Stufen-Verfahren transportieren sie den Schnee systematisch von links nach rechts auf den Standstreifen. Dabei baut der auf der linken Spur fahrende Frontpflug einen Schneewall auf, der vom folgenden Räumfahrzeug weiter nach rechts gedrängt wird. Autofahrer sollten beachten, dass sie beim Einscheren in die Kolonne automatisch in eine gefährliche Schneekante steuern und leicht ins Schleudern geraten können. Im spitzen Winkel überfahren sie die Schneeanhäufung auf dem Beschleunigungsstreifen am sichersten.

Zeigt die Leuchtsignalanlage auf der Rückseite der Schneepflüge ein „X“, darf nicht überholt werden. „Aber auch ohne Verbotsanzeige sollten Autofahrer keine unbedachten und riskanten Überholmanöver wagen, da die Winterdienstfahrzeuge in relativ geringem Abstand zueinander fahren“, mahnt Verkehrsexperte Sehnert zu Besonnenheit. „Sicherer ist es, in einigem Abstand hinter ihnen herzufahren, bis die Straße wieder freigegeben wird. Mit durchschnittlich 60 km/h sind die Fahrzeuge relativ zügig unterwegs und schneller kommt man auf der ungeräumten Strecke vor einem Schneepflug auch nicht voran“. Die meisten Winterdienstfahrzeuge sind so genannte Kombigeräte, die gleichzeitig räumen und streuen. Wer zu dicht auffährt, dem wird durch das Streugut und aufgewirbelten Schnee die Sicht buchstäblich vernebelt. Außerdem setzt sich das Salz in den Radkästen fest und fördert die Rostbildung.

Grundsätzlich gilt: In den Wintermonaten sollten Autofahrer immer etwas mehr Zeit einplanen. So haben sie auch bei Verzögerungen und schlechtem Vorankommen einen Puffer. Das vermeidet Hektik und leichtsinnige Fahrfehler.



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