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Dr. Klaus Weichel: „Zusammenarbeit der Beteiligten hat reibungslos funktioniert.“
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So stand die ehemalige Kaiserpfalz im 12. Jh. auf dem Burgberg

Sondierungsgrabungen am Burgberg: Sie bringen staufische Mauerreste ans Licht, aber auch Überbauungen der folgenden Jahrhunderte, wie zum Beispiel eine Wasserleitung
Im Moment laufen an besagter Baustelle Sondierungsgrabungen. Archäologen legen die vorhandenen, historischen Mauerzüge in Teilbereichen frei, um konkrete Grundlagen für weiteren Planungen und Maßnahmen zu erhalten. Unter den Betonplatten des Rathausumfeldes liegen Mauern und Mauerreste aus der staufischen und der noch länger zurück liegenden salischen Zeit. Viel zu wenige Bürger in Kaiserslautern wissen um die Bedeutung der ehemaligen Kaiserpfalz. Die Bedeutung der historischen Wurzeln der Stadt Kaiserslautern wurde in den vergangenen Jahrzehnten nach außen, aber auch im Bewusstsein der Bevölkerung selbst nicht immer mit der entsprechenden Wertschätzung gesehen. Das hat sich geändert. Kulturtourismus, Städtereisen und das große Interesse der Bürgerinnen und Bürger an ihren geschichtlichen kulturellen Wurzeln in einer globalen Welt wächst und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Deshalb muss die Priorität nicht nur auf dem Erhalt, sondern auch auf der Sichtbarmachung, Erlebbarkeit und Weiterentwicklung von kulturhistorischen Elementen liegen.
Die Geschichte einer Stadt
Kann man einer Stadt seine Geschichte vorenthalten? Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel sagt dazu ganz klar „Nein!“ „Für die Identität Kaiserslauterns ist es von großer Wichtigkeit, die baulichen Überreste der Kaiserpfalz und des Casimirschlosses zu erhalten und vor weiterem Verfall zu schützen“, so der Rathauschef. „Darüber hinaus wollen wir aber auch in den nächsten Jahren, die im Erdreich verborgenen, historischen Mauern für alle Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste unserer Stadt sichtbar und erlebbar machen.“ Zusammen mit dem Architektenbüro Meckler + Partner und der unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Kaiserslautern wird das geplante und vom Stadtrat einstimmig verabschiedete Konzept zur Aufwertung des Burgberges umgesetzt. Der dazu erstellte Rahmenplan gibt dazu den anzustrebenden städtebaulichen Gesamtzusammenhang des Burgberges im Umfeld von Rathaus, Casimirschloss und Kaiserpfalz, sowie die Infrastruktur der Verkehrsanlagen, der Grün- und Freiräume vor. „Die wichtigsten Elemente sind das Herausarbeiten der Fundamente und Mauerzüge der Kaiserpfalz und eines Teils des Wallgrabens, veränderte Wegeführungen und die Verknüpfung von Theater- und Rathausplatz, ebenso wie eine Aula am Schloss“, erklärt Architekt Klaus Meckler.
Das Projekt Burgberg
Das Projektziel für die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes für das Umfeld von Kaiserpfalz und Casimirschloss liegt darin, die wertvollen historischen Zeugnisse zu sichern, aufzuwerten und erlebbar herauszuarbeiten, sowie Visionen für die gestalterische und funktionale Entwicklung des Burgberges als Herz der Stadt Kaiserslautern aufzuzeigen. „Um das Konzept in seiner Gesamtheit umzusetzen, werden wir zwölf bis fünfzehn Jahre benötigen“, gibt Dr. Klaus Weichel einen zeitlichen Rahmen vor. „Die geplanten Maßnahmen werden größtenteils über Mittel aus dem Förderprogramm „Aktive Stadtzentren“ von Bund und Ländern finanziert und teilweise bis zu 80 Prozent bezuschusst. Wir haben uns mit als eine der ersten Städte in Rheinland-Pfalz beworben und mit der Aufnahme als Startergemeinde in das Förderprogramm können wir fast den gesamten Zeitrahmen ausschöpfen. Damit wurden umfassende Chancen eröffnet, die wir nutzen werden – auch im Hinblick auf die touristische Aufwertung von Kaiserslautern.“
Schritt für Schritt zum Ziel
Es werden viele Schritte notwendig sein, um das Projekt zur Aufwertung des Burgberges umzusetzen. Der erste ist bereits getan: Im Februar dieses Jahres wurden die notwendigen Freilegungsarbeiten erledigt und das gesamte Areal von wild wuchernden Bäumen, Sträuchern und Unkraut befreit. Der nächste Schritt ist die Überplanung und nachfolgende Realisierung des Ausganges der unterirdischen Gänge sowie die Verknüpfung von Theater- und Rathausplatz. „Der bauliche Zustand des Parkplatzes Ost weist erhebliche Unterhaltsmängel auf. Fahrbahndecken und Bordsteinanlagen sind verschlissen“, gibt Klaus Meckler ein Bild der aktuellen Lage. „Die Pflanzinseln der Bäume sind zu klein. Parkplatzsuch- und Rangierverkehr führen zu ständigen Problemen und Konflikten. Mit geringem finanziellem Aufwand kann man die Zu- und Ausfahrt des Parkplatzes verändern und funktionsgerechter gestalten.“ Künftig werden die Besucherinnen und Besucher der unterirdischen Fluchtgänge der Kaiserpfalz dann durch einen attraktiven Ausgang auf diesen schönen Platz ans Tageslicht kommen. „Diese Attraktivierung werden wir bis 2011 hinbekommen“, verspricht der Oberbürgermeister.
Die Vision 2020
Die Kaiserpfalz Lutra war die erste Pfalz, die Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“ während seiner Regentschaft gründete. Er hielt sich nachgewiesen acht Mal hier auf. Wie kaum ein anderes Bauwerk verkörperte die Ausstattung und die Dimension die Ehre des Reiches, honor imperii – so die Geschichtsschreiber damals. Heute sind solche Dimensionen undenkbar. Dennoch: Der Sage nach wartet der alte Kaiser Friedrich I. schlafend auf einem Stuhl von Elfenbein in einem unterirdischen Schloss des Kyffhäuserberges. Die Barbarossastadt Kaiserslautern ist aus ihrem geschichtlichen Schlaf erwacht. Durch die „Barbarossa-Nacht“, die Teilnahme am Rheinland-Pfalz-Tag mit einem Motivwagen der Kaiserpfalz und weiteren Aktivitäten zum diesjährigen Stauferjahr rückt dieses Kulturdenkmal mehr in den Blickpunkt der Lautrer. Und mit der Überplanung des Burgberges wird die Geschichte dieser Stadt wieder „erlebbar“. Die Bürgerinnen und Bürger haben dann ihre gesamte Geschichte auf einem Platz – vom Frühmittelalter über die Gotik bis zur Renaissance.
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